Begriffe:

Restaurierung

Als Restaurierung bezeichnet man die Wiederherstellung eines alten Zustandes, welcher oft im Laufe der Zeit verloren gegangen ist. Die an einer Restaurierung zu beteiligenden Fachgebiete richten sich nach den zu restaurierenden Objekten (z. B. Tafelbilder, Wandmalereien, archäologische Funde, Musikinstrumente, Oldtimer, Filme), den verwendeten Materialien (Holz, Textilien, Malfarben, Stein, Keramik, Papier, Leder, Metall, Glas) und den angewendeten Techniken.

Antik

[lateinisch] aus der Antike stammend; allgemein: sehr alt, altertümlich (z. B. kunsthandwerkliche Erzeugnisse, Möbel). [Adj.] aus der Antike stammend, sie betreffend 2 alt, altertümlich, archaisch, frühzeitlich

Jugendstil

Der Jugendstil oder Art nouveau ist eine kunstgeschichtliche Epoche an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Weitere Bezeichnungen sind Reformstil oder Secessionsstil (nach der Wiener Secession), Modernisme (bezogen auf Katalonien), im Englischen Modern Style, im Italienischen Stile Floreale oder Liberty, in Russland Modern. Zeitlich gehört der Jugendstil zum Fin de siècle.

Gründerzeit

Als Gründerzeit wird im weiteren Sinne eine Phase der Wirtschaftsgeschichte im Mitteleuropa des 19. Jahrhunderts bezeichnet, die mit der breiten Industrialisierung einsetzte und bis zum „Gründerkrach“ (großer Börsenkrach von 1873) andauerte. Im engeren Sinn werden als Gründerjahre die ersten Jahre nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs (1871) bezeichnet, als dieses nicht zuletzt durch die französischen Reparationszahlungen einen vorher nicht gekannten Boom erlebte. Das Wort „Gründer“ hatte in dieser Zeit einen etwas negativen Klang, weil von den zahlreichen neugegründeten Aktiengesellschaften nicht wenige spekulativen Charakter hatten.

Liberty

Die Italiener nannten den Stil Liberty nach einer englischen Firma, Liberty Ltd., die im kommerziellen Bereich aktiv war. Der italienische Jugendstil war vor allem in Mailand, Turin und im übrigen Norditalien zu Hause. Auch der stilo coppedè (vorwiegend in Rom) gehört zu dieser Art des Jugendstils.

Louis-Philippe

Das Louis-Philippe, auch "zweites Rokoko" genannt, ist eine Stil- und Ausdrucksform des frühen Historismus (1840-1870), welche den Rokoko Stil des 18. Jahrhunderts wieder aufleben lies. Benannt nach dem französischen Bürgerkönig Louis Philippe. Die technischen und industriellen Neuerungen gaben dem aufstrebenden bürgerlichen Mittelstand die Möglichkeit, sich dank ökonomischer Herstellungsverfahren, zu moderaten Preisen "höfisch" einzurichten.Während das Louis- Philippe in Frankreich bereits um 1830 Einzug in die bürgerlichen Wohnungen hält, kommt es in Deutschland vermehrt nach 1840 in Mode. Auch von der Aristokratie wird das Louis-Philippe hoch geschätzt und gilt sogar als Repräsentationsstil. Die Preußen erklären das Neo-Rokoko zum offiziellen Hofstil.

Biedermeier

Als Biedermeier wird die Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen Bundes bezeichnet. Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht. Der Ausdruck Biedermeier bezieht sich zum einen auf die in dieser Zeit entstehende eigene Kultur und Kunst des Bürgertums (z. B. in der Hausmusik, der Innenarchitektur und auch in der Kleidermode), zum anderen auf die Literatur der Zeit, die oft mit dem Etikett „hausbacken“ oder „konservativ“ versehen werden.

Art Déco

Art déco (kurz für französisch art décoratif „dekorative Kunst“) ist eine Bewegung in der Designgeschichte von etwa 1920 bis 1940, die die Formgebung von Gegenständen in allen Lebensbereichen wie Architektur, Möbeln, Fahrzeugen, Kleidermode, Schmuck oder Gebrauchsartikeln umfasste.

Schellack

Schellack, Tafellack, Plattlack oder Lacca in tabulis ist eine harzige Substanz, die aus Gummilack hergestellt wird. Gummilack selbst wird aus Ausscheidungen der Lackschildlaus Kerria lacca (Pflanzenläuse, Familie Kerridae) nach ihrem Saugen an bestimmten Pflanzen gewonnen. Da die Schellackpolitur erst nach 1800 eine weitere Verbreitung erfuhr, ist es nicht authentisch, Barockmöbel – oder gar noch ältere – bei der Restaurierung mit einer Schellackoberfläche zu versehen. In das Holz dieser Möbelstücke wird ein spezielles Wachs eingerieben, das dann auspoliert wird. Die Restaurierung von Biedermeier-, Gründerzeit-, und Jugendstil-Möbeln sowie von Phonographen- und Grammophon-Gehäusen einschließlich Holzradios bis zum Zweiten Weltkrieg mit Schellack ist dagegen grundsätzlich richtig.

Furnier

Als Furnier werden 0,3 bis 6 mm dicke Blätter aus Holz bezeichnet, die durch verschiedene Säge- und Schneideverfahren vom Stamm abgetrennt werden. Das Wort Furnier wurde im 16. Jahrhundert dem französischen fournir (bestücken, beliefern) entlehnt. Es bezeichnete den Vorgang, weniger wertvolles Holz mit edleren dünnen Holzblättern zu belegen.

Abbeizen

Das Abbeizen wird zur Entlackung von Hartholzmöbeln verwendet. Hier eignet sich das Ablaugen nicht, da Harthölzer wegen ihres Gerbsäuregehaltes sich verfärben können. Auf die alte Oberfläche wird ein Gel mit dem passenden Lösemittel aufgetragen. Das Lösemittel löst die alte Lackschicht an, ohne den Holzuntergrund zu beschädigen. Dadurch können altersbedingte Gebrauchsspuren, die die Geschichte des Möbels widerspiegeln, erhalten bleiben. Anschließend wird die Oberfläche neutralisiert, damit die neue Lackschicht sich nicht durch Reste vom Abbeizer wieder löst. Diese Methode wird ausschließlich bei Möbeln aus Hartholz verwendet, bei denen die alte Lackschicht zu stark beschädigt ist um sie zu erhalten.

Ablaugen

Unter Ablaugen versteht man das Entfernen von Altanstrichen mittels Laugen oder alkalischen Salzen. Die Anwendung von Ablaugen ist nur geeignet für Ölfarben oder ölhaltige Alkydharzlacke.

Holzmasse

Holzmasse ist ein gebrauchsfertiger Einkomponenten - Holzkitt mit Holzmehl auf Lösungsmittelbasis. Ein idealer Holzkitt, um beschädigte und defekte Hölzer ohne Zeitverlust auszubessern, und somit zur perfekten Verarbeitung vorzubereiten. Er hat eine gute Haftung, ist lichtecht und schnelltrocknend mit sehr geringem Schrumpf. Tiefe Löcher und Stellen sind mehrmals zu behandeln. Holzmasse kann nach dem Trocknen wie Naturholz geschliffen, geschnitzt, gehobelt, gebeizt, gewachst oder lackiert werden.

Leinöl

Leinöl (Leinsamenöl) ist ein Pflanzenöl, das aus Leinsamen, den reifen Samen von Öllein (Linum usitatissimum), gewonnen wird. Als Rohleinöl (rohes Leinöl) bezeichnet man Leinöl, dem keine anderen Öle oder sonstigen Stoffe zugesetzt sind. Leinöl ist ein natürlicher Holzschutz und wird seit Jahrhunderten für die Imprägnierung von Holz (Fachwerk, Fenster, Türen, Holzfassaden) und Terracotta verwendet, selten für Putz oder Mauerwerk. Es ist wasserabweisend, jedoch dampfdiffusionsoffen und dringt im Gegensatz zu anderen Bindemitteln (Acrylaten) tief ins Holz ein, wo es zu einer sehr stabilen Verbindung polymerisiert. Die Eindringtiefe und damit die konservierende Wirkung steigt mit der Fließfähigkeit des Öls und wird daher durch Erwärmung oder die Verwendung sauberer und damit dünnflüssigerer Ölqualitäten (alternativ auch durch Zusatz von Lösungsmitteln) verbessert. Leinöl ist damit auch im Außenbereich als Holzschutz bei starker Wetterbelastung geeignet.

Holzmehl

Das Holzmehl ist zerriebenes Holz ("Mehl"), das durch Siebung oder Mahlung von Holzspänen oder -resten gewonnen wird. Ebenfalls als Holzmehl bezeichnet werden die feinen Holzpartikel, die holzbewohnende Organismen beim Anlegen von Bohrgängen aus dem Holz befördern.

Patina

Die Patina ist eine Schicht, die aus den Verwitterungsprodukten der Oberfläche, Sedimentation von Schwebteilchen der Luft (Staub, Aerosolen) sowie den chemischen Reaktionsprodukten dieser Stoffe entsteht. Die Patina gilt als Beweis für das Alter eines Objekts. In der modernen Restaurierung wird die Patina mit zur Originalsubstanz gezählt, da sie die Objektgeschichte dokumentiert wie wenig andere Aspekte des Erhaltungszustands. Von einem Konzept des „Erstrahlens in neuem Glanz“ hat sich die Denkmalpflege distanziert, trotzdem ist eine Reinigung eines Objekts in Rahmen der Restaurierung unumgänglich. Inwiefern die Patina also erhalten werden soll, ist bei jedem Objekt abzuwägen.